22. Nov, 2017 | Zur Übersicht

Aller Anfang ist klar.

Also, herzlich willkommen bei meinem zweiten Mal. Tatsächlich, es geht vielleichter. Auch die Wahrscheinlichkeit steigt. Worauf ist noch nicht ganz klar, aber wir sind somit schon mitten im Thema: Das Leben braucht Klarheit. Denn ein neues Produkt, das zur Marke werden will, steht im Wettbewerb. Jedoch nicht nur mit Unsummen anderer Marken, Botschaften und Informationen, sondern auch mit Emotionen, Anforderungen und dieser unendlichen Vielfalt, die uns on- und offline permanent begegnet. Ich darf daher mit einem Zitat des 1913 verstorbenen, österreichischen Juristen und Politikers Joseph Unger in diese Thematik starten: „Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, indem man sie anderen klar zu machen sucht.“

Diese Klarheit nicht nur der eigenen Gedanken, sondern auch der kommunizierten Botschaften wird daher eines der herausragenden Ziele sein müssen, will man sich in den Köpfen der Umwelt einen Fixplatz etablieren. Denn unsere Gedanken entsprechen nicht der Realität, sondern sind vielmehr ein Produkt der selbst erlebten Vergangenheit. Wir haben es also mit Selbstkonditionierung jedes einzelnen zu tun, die auf individuellen kognitiven Mustern beruht. Nachdenken ist Luxus geworden, seit wir die Welt und all ihre Informationen in der Hosentasche mit uns herumtragen. Der Mensch verfügt über eine hohe Bereitschaft, fremde Gedanken zu sammeln und sie als Realität zu interpretieren. Wir glauben, die Wirklichkeit passiert in unserem Kopf, übersehen jedoch, dass wir uns in einem bunten Sammelsurium aus fremden Meinungen, Gedanken und Ideen eine erfundene Wirklichkeit fabrizieren.

Was ist jedoch die Folge davon? Unser Gehirn will in den eigenen kognitiven Mustern und Strukturen bleiben und versucht, Wahrnehmungen in die vorhandenen Schubladen einzusortieren. Was stört, wird ignoriert. Alles was passt, wird zur Wahrheit.

Es gilt daher intensiv nachzudenken. Aus den eigenen Mustern aussteigen. Sich möglichst nahe an die Realität herantasten, abseits der eigenen „Vorbildung“, sprich: aus der persönlichen Vergangenheit mitgenommene Strukturen beiseite zu schieben und neue zu  Wege gehen. Und das in jeder Hinsicht.

Klarheit bringt vor allem auch, wenn die richtige Reihenfolge im menschlichen Gehirn durchlaufen wird. Startend bei einer klaren Sinneswahrnehmung über die Bewusstwerdung bis zur Erkenntnis. Damit einher geht die Entscheidung, die eigene Kommunikation so zu adressieren, dass der Empfänger befähigt ist, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dies fühlt er umso eher, je mehr die drei wichtigsten Sorgfaltskriterien berücksichtig werden: relevante Informationen aus nachvollziehbaren Quellen mit klarer Trennung in Fakten und Meinungen.

Wie schon John Naisbitt in seinem berühmten Ausspruch „Wir ertrinken in Informationen und dürsten nach Wissen“ feststellte, geht es um die Problematik der Transformation von Information in Wissen, Informationen gibt es heutzutage immer und überall. Doch was wichtig ist, was überflüssig ist, gilt es zu filtern. Wissen entsteht durch Wahrnehmen und Interpretieren. Erst durch die persönliche Erkenntnis ist der einzelne in der Lage zur Entscheidungsfindung.

Cloud- und Crowd-Building

Gerade durch die sozialen Netzwerke wird dieser Prozess der Klarheit für den einzelnen immer schwieriger. Denn ohne Struktur keine Klarheit. Und genau hier liegt die Problematik der sozialen Netzwerke, welche die Publikation von Richtig- und Falschmeldungen gleichermaßen ungefiltert ermöglichen und den ungeführten „Schwarm“ begünstigen. Es gibt kein Ordnungssystem, das Glaubwürdigkeit misst. Keinerlei Verpflichtung zu Quellenangaben lässt eine Kommunikationskultur entstehen, die uns zusätzlich vernebelt und eigene Wirklichkeiten forciert, welche die oben angeführte Voraussetzung der Klarheit unterwandert.

Wir dürfen also nicht den Fehler machen, die virtuelle Realität als Simulation der Wahrheit zu interpretieren. Je mehr Player, desto mehr Daten, umso größer die Fehleranfälligkeit. Mehr Daten heißt nicht unbedingt bessere Entscheidungsgrundlage. Deshalb gehört die Hoffnung auf maximale Transparenz auch ins Land der Träume.

An dieser Stelle dazu auch eine Buchempfehlung: Rene Borbonus: Klarheit.

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